Fridolinsmünster Bad Säckingen

Fridolinsmünster, Portal

Von Grund auf erfolgte nun ein Neubau, der sich eng an die strenge gotische Architektur der Bettelordenskirchen anlehnte. Nächstes Vorbild war wohl die 1330 geweihte Klosterkirche von Königsfelden bei Brugg. 1360 wurde der Bau, dessen architektonische Grundstruktur sich bis heute erhalten hat, vom Konstanzer Bischof Heinrich III. von Brandis geweiht. 1678 brannte dieses gotische Münster bei einem Stadtbrand aus, wobei das Mauerwerk bis zum Dachansatz erhalten blieb. Mit der Wiederherstellung setzte die Barockisierung ein, die in zwei Bauetappen dem Münster seine heutige Gestalt verlieh. 1698-1701 erfolgte die erste barocke Umformung unter Beibehaltung der gotischen Architektur des Mauerwerks. Die Flachdecke des Langhauses wurde eingewölbt; als neue Bauglieder fügte der schwäbische Baumeister Michael Widemann auf beiden Seiten die Kuppelräume der Seiten- kapellen hinzu. Der gesamte Innenraum wurde mit dem fülligen plastischen Stuck der älteren Wessobrunner Schule ausgeschmückt, deren schweres Rankenwerk 145 Felder umrahmte, in die Fr. Ant. Giorgioli Fresken malte.

Fridolinsmünster

Anschließend wurde der Chorumgang erstellt, dessen Glieder nach außen zwischen die stehen- gebliebenen Strebepfeiler des gotischen Chores eingehängt wurden. 1724/26 erfolgte der Wiederaufbau der Türme, die um ein Geschoss erhöht und mit Hauben versehen wurden. Schließlich erhielt um 1740 die Außenfront ihre endgültige Gestaltung durch J. C. Bagnato, der die Nischenarchitektur des Choräußeren schuf und durch die mächtige Portalumrahmung der an sich wenig gegliederten Turmfassade den kräftigen plastischen Akzent verlieh. Zwischen 1702-1725 wurde auch die Innenausstattung mit Chorgestühl, Altären und Kanzel erstellt, 1722 als Abschluss der Hochaltar.

Hochaltar

Kaum war das Gotteshaus in Pracht vollendet, zerstörte ein Brand im Dezember 1751 die Obergeschosse der Türme und den Dachstuhl des Langhauses, dessen Einsturz auch die Fresken und den Stuck beschädigte. Wenige Wochen danach schritt das Stift bereits an die Wiederherstellung, wozu als bedeutendste Künstler J. M. Feichtmayr und Franz J. Spiegler 1752/54 beigezogen wurden. Nur die Kuppelräume der beiden Seitenkapellen behielten Stuck und Freskenschmuck der ersten barocken Bauperiode.
Eine technische Sicherung des Baues und gründliche Restauration im Innern und Äußern erfuhr das Münster 1968-1975 unter der Leitung des Staatl. Hochbauamtes unter Mitwirkung des Landesdenkmalamtes in Freiburg.

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